AKTUELLES AUS DER KANZLEI 

Kanzlei Bernhard & Dr. Kleuser

FAQs zum Erbfall

Wohin muss ich mich wenden, wenn ich wissen will, wer nach dem Tod Erbe wird?

Zuständig für die Klärung der Erbfolge ist das Nachlassgericht. Das Nachlassgericht ist eine Abteilung des Amtsgerichts. Das Amtsgericht Ludwigsburg ist für Sterbefälle von Personen zuständig, die ihren letzten Aufenthalt in den nachgenannten Gemeinden (je mit allen Teilorten) hatten: Asperg, Ditzingen, Freiberg a.N., Gerlingen, Hemmingen, Korntal-Münchingen, Kornwestheim, Ludwigsburg, Markgröningen, Möglingen, Pleidelsheim, Remseck a.N. und Schwieberdingen.

Die Zuständigkeit des Nachlassgerichts Ludwigsburg ist unabhängig von der Staatsangehörigkeit des Verstorbenen.

Was muss ich nach dem Tod mit einem mir vorliegenden Testament machen?

Ein privatschriftliches Testament muss zwingend nach dem Tod beim Nachlassgericht abgegeben werden. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben. Wer ein privatschriftliches Testament unterschlägt, macht sich strafbar und verliert seinen Erbanspruch. Sofern der Verstorbene in einer der oben genannten Gemeinden seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt hatte, geben Sie bitte ein Ihnen vorliegendes, privatschriftliches Testament während der Geschäftszeiten beim Amtsgericht Ludwigsburg, Infothek, Schillerstraße 12, 71638 Ludwigsburg, ab. Bitte teilen Sie zudem (unter Angabe von Namen, Sterbedatum und letzter Adresse des Erblassers) schriftlich oder per E-Mail die aktuellen Adressen aller Beteiligten sowie etwa hinterlassenes Grundeigentum mit, um den Vorgang zu beschleunigen.

Erhalte ich beim Nachlassgericht Auskunft über den Bestand des Nachlasses?

Nein.

Das Nachlassgericht weiß nicht, welche Gegenstände dem Verstorbenen gehört haben, darf diese nicht ermitteln und verteilt diese auch nicht.

Was ist eigentlich ein Erbschein?
Das Erbrecht muss in der Regel gegenüber Banken, Sparkassen und Versicherungen oder gegenüber dem Grundbuchamt nachgewiesen werden. Ein Erbschein ist ein amtliches Dokument, welches beweist, wer nach dem Tod einer Person deren Erbe/n geworden sind.

Wird ein Erbschein nach einem jeden Erbfall benötigt?

Ob ein Erbschein benötigt wird oder nicht, kann nicht allgemein gültig beantwortet werden.
Sofern der Verstorbene ein notarielles Testament oder einen notariellen Erbvertrag errichtet hat und in diesen Urkunden die Erben mit ihrem Namen benannt sind, wird in der Regel kein Erbschein benötigt. Wenn kein notarielles Testament oder kein notarieller Erbvertrag vorhanden ist, wird ein Erbschein benötigt, wenn der Verstorbene Eigentümer von Immobilien war. Eine Änderung im Grundbuch erfordert in diesem Fall einen Erbschein. In der Regel fordern auch Banken, Sparkassen und Versicherungen einen Erbschein, wenn kein notarielles Testament und auch kein notarieller Erbvertrag vorhanden sind.

Wie komme ich zu einem Erbschein?

Der Erbschein wird durch das Nachlassgericht auf Antrag erteilt.

Sie können einen Erbscheinsantrag bei einem freiberuflichen Notar beurkunden lassen oder nach Terminabsprache zu Protokoll des Nachlassgerichts erklären. Sie müssen hierbei vollständige Angaben (Name, Geburtstag, aktuelle Adresse) zu allen Beteiligten machen und möglichst vollständige standesamtliche Urkunden (Familienbuch, Heiratsurkunden, Geburtsurkunden, Sterbeurkunden von Vorverstorbenen) vorlegen.

Ein Erbschein verursacht Kosten. Beantragen Sie daher nur dann einen Erbschein, wenn Sie ihn benötigen. Klären Sie dies gegebenenfalls mit Ihrer Bank, Sparkasse oder Versicherung ab.

Was ist ein Pflichtteil und hilft mir das Nachlassgericht bei seiner Geltendmachung?

Dem Ehegatten und den Abkömmlingen (soweit keine Abkömmlinge vorhanden sind, auch den Eltern) des Erblassers steht ein Pflichtteilsrecht zu, soweit sie durch eine letztwillige Verfügung von der Erbfolge ausgeschlossen oder in ihrem Erbrecht beeinträchtigt sind. Pflichtteilsrechte können verjähren. Sie können im Einzelfall auch von der vorherigen Ausschlagung einer Erbschaft oder eines Vermächtnisses abhängig sein. Der Pflichtteil ist ein Geldanspruch und muss vom Berechtigten selbst beim Erben geltend gemacht werden.

Das Nachlassgericht wird insoweit nicht tätig und erteilt insoweit keine weiteren Auskünfte.

Was ist, wenn ich das Erbe gar nicht will?

Jeder hat die Möglichkeit, die Erbschaft auszuschlagen.

Wenn man eine Erbschaft wirksam ausschlägt, ist man so gestellt, als ob man nie Erbe geworden wäre. Sie müssen selbst entscheiden, ob Sie eine Erbschaft annehmen oder ausschlagen wollen. Das Nachlassgericht hat in der Regel keine Kenntnis über den Nachlassbestand und kann Sie bei dieser Entscheidung nicht beraten.

Die Ausschlagung muss innerhalb einer bestimmten Frist und in der gesetzlich vorgeschriebenen Form erfolgen.
Geht innerhalb der Frist keine formgerechte Ausschlagungserklärung beim Nachlassgericht ein, gilt die Erbschaft als angenommen mit allen rechtlichen Folgen, insbesondere auch der Schuldenhaftung.

Frist:

Eine Mitteilung des Nachlassgerichts ist für den Fristbeginn nicht erforderlich!

Form:

Die Ausschlagung muss vor einem Notar Ihrer Wahl oder in einem Termin beim Nachlassgericht erklärt werden. Wenden Sie sich daher frühzeitig wegen einer Terminvereinbarung an einen Notar Ihrer Wahl oder an das Nachlassgericht.

Sofern der Verstorbene seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb der in Frage 1 genannten Gemeinden hatte, kann die Ausschlagung dann gegenüber dem Amtsgericht Ludwigsburg oder zu dessen Niederschrift erfolgen, wenn der Ausschlagende in einer der in Frage 1 genannten Gemeinden seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Auch hier gelten die vorgenannten Frist- und Formerfordernisse.

Die Ausschlagung kann nur binnen sechs Wochen erfolgen. Die Frist beginnt bereits mit dem Zeitpunkt, in welchem der Erbe von dem Anfall der Erbschaft und dem Grund der Berufung Kenntnis erlangt. Ist der Erbe durch eine letztwillige Verfügung von Todes wegen (Testament oder Erbvertrag), berufen, so beginnt die Frist nicht vor der Bekanntgabe dieser Verfügung durch das Gericht. Die Frist beträgt sechs Monate, wenn der Erblasser seinen letzten Wohnsitz im Ausland
gehabt hat oder wenn sich der Erbe bei Beginn der Frist im Ausland aufhält. Für minderjährige Kinder können die sorgeberechtigten Eltern oder der Vormund die Erbschaft ausschlagen. Ein Elternteil, der allein sorgeberechtigt und nicht mit dem Erblasser verwandt ist, und ein Vormund benötigen immer die Genehmigung des Familiengerichts. Daneben kann für die Eltern auch in weiteren Einzelfällen eine Genehmigung erforderlich sein. Ein rechtlicher Betreuer benötigt immer die Genehmigung des Betreuungsgerichts. Der Genehmigungsbeschluss mit Rechtskraftvermerk ist innerhalb der Ausschlagungsfrist dem Nachlassgericht nachzuweisen.

Quelle: https://amtsgericht-ludwigsburg.justiz-bw.de


 

News-Service der Kanzlei Bernhard & Dr. Kleuser:

„Die 10 häufigsten Irrtümer des Erbrechtes“

 


 

Checkliste Anwaltsgespräch


Gut vorbereitet zum Anwaltsgespräch

Im ersten Gespräch mit Ihrem Rechtsanwalt, Ihrer Rechtsanwältin besprechen Sie die Eckpunkte für das weitere Vorgehen: Sie schildern ihr Anliegen und werden über mögliche Lösungswege und über die anfallenden Kosten informiert. Mit guter Vorbereitung können sie mithelfen, die Beratung beim Anwalt zum Erfolg zu führen.

  1. Gesprächstermin vereinbaren

Rufen Sie bei der Kanzlei Ihres Vertrauens an. Schildern Sie, um was es geht. So können der Anwalt beziehungsweise seine Mitarbeiter Ihnen sagen, ob Sie bei der Kanzlei richtig sind. Vereinbaren Sie einen Gesprächstermin und hinterlassen Sie eine Rufnummer.

  1. Nicht zu lange zögern

Gerade bei Auseinandersetzungen mit Behörden oder Arbeitgebern, aber auch bei Gerichtsverfahren sind sonst möglicherweise die Fristen für eine Reaktion abgelaufen – dann wird es für Ihren Anwalt schwerer, etwas für Sie zu tun.

  1. Fakten sammeln

Notieren Sie sich in Stichpunkten, um was es bei Ihrem Anliegen geht. So ist sicher, dass Sie im Gespräch mit dem Anwalt nichts vergessen: Was ist passiert und wann? Wie kam es dazu? Wer ist beteiligt? Seien Sie ehrlich zu Ihrem Anwalt, er muss die ungeschönten Fakten kennen.

  1. Dokumente zusammenstellen

Sammeln Sie alle Dokumente, die Ihr Anliegen betreffen, z.B. Briefe, Verträge oder Gesprächsnotizen. Schreiben Sie auf, wann Sie diese erhalten oder abgeschickt haben. Nehmen Sie auch die Briefumschläge mit, denn das Datum des Poststempels kann wichtig sein. Bringen Sie lieber zu viele als zu wenig Dokumente zum Beratungsgespräch mit – der Anwalt kann dann entscheiden, welche davon wichtig sind.

  1. Zeugen auflisten

Kann jemand bezeugen, was passiert ist? Dies können Passanten bei einem Autounfall sein, aber auch Personen, die bei einem Gespräch mit Ihrem potenziellen Gegner dabei waren. Stellen Sie für Ihren Anwalt eine Liste mit deren Adressen zusammen.

  1. Ziel festlegen

Der Anwalt wird mit Ihnen darüber sprechen, was Sie erreichen wollen. Machen Sie sich bereits vor der Beratung Gedanken: Geht es Ihnen darum, möglichst schnell zu einer Einigung zu kommen? Oder darum, Ihren Gegner vor Gericht zu bringen?

  1. Persönliche Daten mitnehmen

Ihr Anwalt benötigt Ihre Telefonnummer, Ihre Adresse und Ihre Kontonummer. Außerdem sollten Sie, soweit vorhanden, auch die Adresse Ihres „Gegners“ vorliegen haben.

  1. Daten der Rechtsschutzversicherung mitnehmen

Falls Sie rechtsschutzversichert sind, sollten Sie Ihre Mitgliedsnummer und den Namen der Versicherung sowie, falls vorhanden, die Allgemeinen Bedingungen Ihrer Versicherung (ARB) parat haben.

 


 

Informationen zum Thema “Zehn gut gemeinte Ratschläge zum Umgang mit der Erbschafts- und Schenkungssteuer in der >Otto-Normal-Familie<” finden Sie hier (pdf 2,9 MB)

 



Informationen zum Thema “Ehegattentestament”

finden Sie hier, pdf 630 kb


Informationen zum Thema “Ehevertrag”
finden Sie hier, pdf 560 kb


 

 

 

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